Die Schöne und das Biest

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Osterferien 2017. Kinotag mit den beiden Töchtern. Dass es nicht immer einfach ist mit der besonderen Tochter vor die Tür ist zu gehen, ist nun mal so. Aber heute hatte ich einfach ein sehr gutes Gefühl. Ich erzählte den Mädels bereits beim Frühstück, dass wir heute ins Kino gehen und es kam doppeltes Gejubel als Antwort. Die besondere Tochter konnte zwar nichts mit dem Filmtitel „Die Schöne und das Biest“ anfangen, aber ich erzählte ihr, dass viel Musik und Gesang mit dabei wären. Ein großes Grinsen zog über ihr süsses Gesicht und meine Freude auf den Nachmittag wuchs weiter.

Als Frau bin ich da voll im Klischee: Romanzen sind mein Ding. Gefühle, Herz, Bauch, Kopf, Chaos, Tränen, Glitzer, Wolke 7 und Abgrund. Aber bitte trotzdem mit Happy End. Und wenn sie nicht gestorben sind… lieben sie sich noch heute. Bis in alle Ewigkeit. Jaja… ich stoppe ja schon 😉 *bitte übergeben Sie sich JETZT

Ehrlicherweise möchte ich hier zugeben, dass ich trotz Vorfreude etwas Angst hatte, diesen Film zu schauen. Angst vor Enttäuschung. Aber die Verfilmung ist meines Erachtens wunderbarst gelungen. Es waren atemberaubende Kulissen! Zwischendurch und natürlich am Ende kullerten Herztränchen über meine Wangen. Im Kinosaal sangen die Kinder wirklich die bekannten Lieder mit. Ich war mit einem mal auch Kind, summte lächelnd die Melodien. (Hier fällt mir ein, dass ich mir unbedingt noch den Soundtrack besorgen muss.)

Was mir aber nach dem Film noch stundenlang im Kopf umherschwirrte, möchte ich hier verarbeiten: bin ich Biest und/oder bin ich die Schöne?!

Ich lasse Revue passieren, sehe mich im Schloss-Saal wie Belle glücklich tanzen, aber auch als Biest Tränen vergießen. Natürlich gab es Zeiten in meinem Leben, in denen ich BIESTig, hart und ungerecht war. Wenn ich jedoch weiter als Belle tanze, sehe ich aber auch wie ich selbstlos, mutig und hoffnungsvoll blind vertrauend war. Das ist das Leben. Das schafft das Leben. Veränderungen.

Zurück zur eigentlichen Romanze. Modern. Im neuen Zeitalter. Nämlich meiner Romanze. Die Nummer Eins in meinem Leben ist bereits besetzt und gehört ganz allein zwei kleinen Personen. Für diese Personen lasse ich alles stehen und liegen. Als alleinerziehende Mutter, zudem mit einem Kind mit Schwerbehinderung, fühlt man sich immer wieder mal „doppelt randgruppenzugehörig“. Und umso öfter kommen Zeiten, in denen man alles schwarz sieht und manchmal Kraft zum wieder Aufstehen fehlt. Man hadert mit sich selbst. Jeder, wirklich JEDER Mensch, wird dann in meinen Augen Misstrauen sehen, meine Angst spüren, meine Panik erleben, versteckt in Ablehnung oder Abweisung. Bleibt bitte trotzdem da. Verschwindet nicht, verlasst mich nicht, gebt mich nicht auf. Seid der Mensch, der da ist, wenn ich um die Ecke komme und der mich mit offenen Armen und einem strahlenden Lächeln empfängt. Ich bin alles andere als perfekt. Und wünsche mir letztlich einfach nur Respekt.

Zurück ins Kino: Belle und das Biest schauten immer wieder auf die Rosenblätter, die nach und nach fielen.

Hinaus in die Welt: Uns drei wiederum findet man auch in der Botanik. Wir sind die Gänseblümchen. Mitten im Rosengarten. Und die Menschen, die sich nicht sofort von uns abwenden, sondern einfach still lächeln oder uns sogar die Hand reichen, die lassen wir vielleicht sogar Schmetterlinge hören und Wolken schmecken.

 

 

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