Schmerz ist…

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Derzeit fühle ich mich schwach und grau. Passend zum November. Seit Wochen bin ich unmotiviert, selbst das Laufen will zurzeit nicht funktionieren. Spätestens nach 3 Kilometern kommen doofe Gedanken wie „warum renne ich eigentlich hier rum?“ und nach 5 Kilometern breche ich einfach ab. Natürlich ärgere ich mich spätestens ´ne Stunde später über mich selber und nehme mir vor es beim nächsten Lauf besser zu machen.

In einem Lauf-Forum las ich heute das Zitat: „Schmerz ist, wenn Schwäche den Körper verlässt.“ Da ging es natürlich vorwiegend um den Schmerz, wenn man an sein absolutes Limit geht. Muskelkater, Brennen in den Lungen, …

Schmerzen. Hatte ich zuletzt am Wochenende. Eine Migräne-Attacke wie selten zuvor. Als sei mein Kopf in einem Schraubstock eingezwängt, der immer fester zugezogen wird. Der Pulsschlag dröhnt durch den gesamten Schädel und jede Bewegung verstärkt die Qual.

Sich den Daumen in der Autotür einklemmen, das ist auch Schmerz und der Auslöser eines irritiertgeschockten Blickes, wenn man einfach da steht und einem nach und nach schwarz vor Augen wird. Irgendwann holt man Luft, Schnappatmung, reisst die Autotür auf und schreit fluchend los: „Wie bescheuert bin ich, verdammt nochmal – aaaaaaaah?!“

Und ja, manche Entscheidungen, die getroffen werden müssen, nicht weil man es will, sondern weil man es muss, sind sehr schmerzhaft und schädigen das Herz nachhaltig, sind vielleicht sogar irreparabel.

Schlimmst ist es auch, wenn jemand, der dein Herz berührt, Schmerz erfährt. Dann ist es so, als sei es dein eigener Schmerz und man wünscht sich, man könnte für den Anderen leiden.

Die Erkenntnis schmerzt, dass man etwas vermisst, was nie wieder zurückkommen wird.

Festzustellen, dass man mütterliche oder Beschützer-Gefühle für andere Kinder entwickelt, weil man erkennt, dass manche Schicksale einfach grausam sind und man einfach nichts daran ändern kann, das ist Schmerz.

Schmerz ist, wenn man anfängt zu verstehen, dass man gegen einen übermächtigen Gegner kämpft. Nicht weil man es möchte, sondern weil man es muss. „Krankheit als Gewissheit, keine Aussicht auf Heilung.“ Und trotzdem: wenn man dann abends grübelnd im Bett liegt und die Decke anstarrt und merkt, dass man niemals den End-Gegner Krankheit besiegen wird, dann stehst Du einfach auf, gehst hinüber ins Kinderzimmer und siehst Deinem Kind beim Schlafen zu. Der Schmerz wird weniger und weniger und wird ersetzt durch… LIEBE. ♥

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