Es war einmal…

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Es ist der 31. Oktober 2015 kurz vor Mitternacht. Halloween. Und ich habe einen wirklich wunderschönen, lustigen und gruseligen Abend hinter mir. Lächelnd nippe ich am Glas Wein, welches ich mir nach einer Kinder-Halloween-Party bei einer Freundin redlich verdient habe. Meine beiden Töchter waren als Hexen verkleidet, und wieder andere Kinder auf dieser Party waren Dracula, Zombies oder ähnliche Untote.

Doch am allerbesten fand ich die Verkleidung eines Mädchens, die ihr Gesicht geteilt hatte in einerseits das wunderhübsche Mädchen oder gar Prinzessin und andererseits total entstellt bzw. tot. Wirklich coole Idee. Malen wir uns nicht alle dann und wann aus unser Leben sei ein Märchen? Nund ja… vielleicht ist es das ja wirklich 😉 und in hundert Jahren werden die Kinder davon hören, so wie wir von Dornröschen, Schneewittchen und Aschenputtel. Unser Leben kann jederzeit zu einem Märchen werden, von einen zum anderen Moment. Wir müssen nur unseren gläsernen Schuh verlieren, damit der Prinz uns findet. Wir müssen bloss in langen Schlaf fallen und uns wach küssen lassen. Es scheint doch gar nicht so schwierig zu sein und doch irgendwie unerreichbar.

Menschen wie ich brauchen unbedingt den Gedanken dass uns jederzeit dieses „Es war einmal…“ begegnen kann und dass es irgendwann unser Leben beschreibt. Eine unserer tragischen Liebesgeschichten. Ach, wüssten wir doch bloss, wie wir unser Leben zu einem wirklichen Märchen machen könnten, zu einem Märchen mit Happy End und allem drum und dran. Ok, eine Märchenhochzeit brauch ICH persönlich nun nicht… aber das ist eine andere Geschichte. *g

Und trotzdem, ein Märchen indem das Gute siegt und am Ende das langersehnte Glück, Frieden und Gesundheit ist. Das wünsche ich mir. Ein Märchen, das keine Fortsetzung braucht, weil es so einfach und vollkommen ist. Weil es keine Ergänzung nötig hat.Also, woher wissen wir nun, dass wir uns in einem Märchen befinden? Und nicht in einer Horrorshow? Da ist es nämlich wieder, das Mädchen von der heutigen Kinder-Halloween-Party, die mit den 2 Gesichtern. Da sehe ich mich wieder selbst, ich in einer hässlichen, traurigen Version. Und gleichzeitig an wieder anderen Tagen wirklich als hübsche Königin.

Ich nippe erneut am Wein, und erfreu mich grad an diesem Moment, indem ich ehrlich sein kann mit mir selbst, und einfach schreiben. Was habe ich schließlich zu verlieren? Dann schreibe ich so ein Paar Zeilen und denke mit in diesen Sekunden der manischen Euphorie, ja das ist es, das ist genial, es geht wieder, schau es geht noch, man muss nur anfangen, das ist das Schwierigste. Nur sitze ich letztendlich vor einem halbgaren WordPress-Dokument und beobachte den blinkenden Cursor, bevor ich die Taste zum Löschen betätige. Aber der Titel „Es war einmal…“ ist doch so vielversprechend, wie kann es sein, dass ich nicht weitermache? Das utopische Potential von unvollendeten Ideen in meinem Herz, Kopf und Bauch. Schreiben, das ist doch das, was immer funktioniert hat? Es ist bestimmt mein Schicksal, dass ich mit viel zu viel fühle und einfach zu wenig Ventile habe. Viel fühlen aber zu wenig sein. Ja, das macht mir mein Leben manchmal unglaublich schwer. Wieso habe ich das Gefühl mich würde etwas zurückhalten? Oder haben wir das alle? Das Gefühl, dass da immer ist, das uns davon abhält, das Leben zu führen, das wir uns im Traum vorstellen?

Ich glaube ja diesen ganzen Kram, dass wir an den schlechten Zeiten wachsen, und all dieses Blabla von wegen jede Erfahrung zählt and what doesn’t kill you makes you stronger, aber verdammt und fuck, wann kommen wieder die Tage, an denen ich mich fühlen kann als würde ich über eine verdammte Blumenwiese rennen mit wehendem Haar und flauschig schönen Gedanken? Wir wollen unser Märchen, also schaffen wir uns unser Märchen, wenn auch nur in unserer eigenen Welt, unserer Traumwelt.

Nun ja, ich denke jeder von uns hat tief in sich einen Traum. Vielleicht träumt er ihn auch schon so lange, dass er sich fragt, ob er jemals zur Realität werden wird. Ich denke es ist im Leben nicht entscheidend, dass Träume Realität werden, viel wichtiger ist, dass man welche hat. Ich könnte mir ein Leben ohne Träume und Wünsche nicht vorstellen. Sicherlich, die kalte und auch unberechenbare Realität packt einen Menschen immer wieder aufs Neue, doch ist es manchmal auch grade in einer etwas schwereren Zeit einfach sich mit Hilfe von Träumen wieder in eine Art Leichtigkeit zurück zu retten. Allein wenn ich mein eigenes Leben betrachte, kann ich wirklich nicht sagen, dass es voll mit Leichtigkeit war, jedoch habe ich meine Träume nie vergessen. Im Gegenteil: diese kleinen und auch großen Dinge waren es, die mir halfen mich selbst nicht zu verlieren, auch wenn ich schon oft vielleicht kurz davor stand.

Ich will ehrlich zu euch sein, das Leben ist mit Sicherheit nicht immer einfach und viele von euch mögen mich, meine Aussagen und meine Entscheidungen belächeln und mit einer Handbewegung (Vogelzeig) wegwischen wollen. Doch grade an euch möchte ich appellieren; träumt eure Träume weiter, auch wenn sie vielleicht nie wahr werden, aber sie werden euch helfen im Leben einfach mal in eine kleine heile Traumwelt entfliehen zu können und so die manchmal harte und kalte Realität besser meistern zu können… boooooo!!!! #HAPPYhalloween ❤

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Eine Antwort »

  1. Danke für diese Gedanken! Immer wenn ich einen ‚Traum‘ als erledigt abhacken kann weil es entweder funktioniert hat oder eben nicht, fühle ich eine seltsame Leere. Ich brauche Träume denn diese motivieren mich…sie spornen mich immer wieder an weiter zu kämpfen. Zur Zeit muss ich wieder vieles neu organisieren in meinem Leben und ich hab noch keinen Plan wie und was. Jedenfalls macht mich sowas immer unruhig und nervös, habe dann das Gefühl auf der Stelle zu treten und nicht Vorwärts zu kommen. Ich brauche Träume, egal ob sie erfüllt werden oder nicht….Danke für Deinen Post! ❤ liebe Grüsse, Katarina

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