Meilenstein Klassenfahrt

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Wie die Zeit vergeht… Früher musste ich immer über diesen Satz lachen, wenn er ständig gesagt, und mir dabei übers Köpfchen gestreichelt oder ich erstaunt von oben bis unten gemustert wurde. Doch ist man selbst Mama, merkt man was dieser Satz wirklich bedeutet!

Letzten Monat, im wunderwarmschönen August, wurde die kleine Tochter neun Jahre alt. Das klingt nach einer sehr langen Zeit, dabei ist der heisse Fußballdeutschlandsommer 2006 doch noch gar nicht so lange her. Ich weiss noch genau, wie meine riesigen mit Wasser gefüllten Hobbitfüsse abends pochend vor sich hin glühten. Und nun wird das am 8.8. um 11:11 Uhr zur Welt gekommene 4,4 Kilobaby immer selbstständiger, will kein Kind mehr sein und braucht doch im nächsten Moment so sehr die Mama.

Der letzte Meilenstein war meines Erachtens der Schulstart vor drei Jahren. Und diesen Meilenstein hat sie wirklich klasse gemeistert. Die Noten sind in Ordnung und Kleinigkeiten wie das krakelige Schriftbild, sollte ich lernen nicht ganz so ernst zu nehmen.

Ich kann sagen, dass sie eine wunderbare Tochter ist, sie ist einfühlsam, clever, sensibel, wissenshungrig, phantasievoll und experimentierfreudig. Ich kann mich auf sie verlassen und sie ist eine unglaublich tolle Schwester und ich schätze ihren Sinn für Gerechtigkeit. Ich wünsche ihr und mir, dass sie einfach das tolle Mädchen bleibt, das sie ist.

Nun ist sie auf Klassenfahrt. Next Meilenstein. Fröhlich verließ sie das Haus, aber wurde dann von Minute zu Minute stiller. Aber als sie mit ihrem Rucksack in den Bus stieg, lächelte sie mir dann doch nochmal breit und selbstbewusst zu.

Sie hat ihren Koffer übrigens komplett alleine gepackt! Als sie in den Sommerferien mit der Familie ihrer besten Freundin verreist ist, hat sie das Packen noch nicht wirklich interessiert. Aber nun kam ein „Ich mache das lieber alleine, Mama, dann weiss ich was und wo alles ist und schließlich muss ich am Freitag auch wieder alles alleine einpacken!“ und ich habe ihr lediglich stolz über die Schulter geschaut und das Ganze beobachtet. Ich bin erstaunt, stolz und hingerissen davon wie sie sich entwickelt. Vielleicht auch deshalb, weil ich es von der großen, geistig behinderten Tochter, nicht kenne. Neuland, ist auch dieser Meilenstein für mich.
Es war erst von einigen Müttern geplant den Kindern einen Brief hinterherzuschicken. Aber funktioniert hat das Ganze dann doch nicht, deshalb möchte ich hier ein paar Worte, Gedanken, an meine „Tochter auf Klassenfahrt“ LOSLASSEN:

Liebe Jenna,
ich habe in Deinem Rucksack ein Foto von uns 3en versteckt. Ich denke, Du wirst es mittlerweile gefunden haben und es Dir entweder unters Kopfkissen, in Dein Buch als Lesezeichen oder vielleicht sogar zusammenfaltet in Deiner Hose mit Dir rumtragen.
Ich bin gespannt, was Du erzählen wirst, wenn ich Dich am Freitag an der Schule abhole, aber wie ich Dich kenne wirst Du extrem cool tun und mir vom Römerlager, Nachwanderung und den ganzen tollen Sachen berichten, die Du erlebt hast und erst abends beim Einschlafen wirst Du kuschelig und mir dann vielleicht erzählen, was Du gemacht hast, um Dein Heimweh zu bekämpfen.
Ich sage das nicht so richtig gern, aber ich muss zugeben, dass Du gerade dabei bist, ein bisschen erwachsener zu werden. Nicht nur, weil Du tatsächlich groß bist, Du kleine lange Trulla Du, nein: Du bist innerlich gewachsen.
Wenn Du am Freitag zurück kommst, werde ich Dir sagen, dass ich Dich wahnsinnig vermisst habe. Und Du wirst lachen, dass weiss ich, und wirst mich umarmen und in deiner unvergleichlichen Art die Augen verdrehen und grinsend „Orrrrrr, Mama!“ sagen. Ich werde Dir sagen dass ich Dich lieb habe und dann essen wir beide wie vereinbart einen Pommdöner bei Deinem Lieblingsimbiss. Im Anschluss geht’s dann nachhause wo ich Dich wieder mit Deiner Dich schwer vermissenden Schwester teilen muss.

Kuss für meine Kleinegrosse :-*

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  1. Meine Tochter ist nur ein paar Tage jünger als deine und war bei Geburt auch so ein Brocken. Meine Füße so angeschwollen, dass nur die Latschen vom Papa mit drei Nummern größer passten.Eine Klassenfahrt steht aber erst nächstes Jahr an. Was bin ich gespannt, wer dann nervöser ist: Meine kleine Große oder ich.

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