Glück

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Glück
Laut Wiki: Als Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens ist Glück ein sehr vielschichtiger Begriff, der Empfindungen vom momentanen bis zu anhaltendem, vom friedvollen bis zu ekstatischem Glücksgefühl einschließt, der uns aber auch als ein äußeres Geschehen begegnen kann, z. B. als glücklicher Zufall oder als eine zu Lebensglück verhelfende Schicksalswende. Glück darf nicht mit Glückseligkeit verwechselt werden, die meist in Zusammenhang mit einem Zustand der Erlösung erklärt und verstanden wird.
Das Streben nach Glück hat als originäres individuelles Freiheitsrecht Eingang gefunden in das Gründungsdokument der ersten neuzeitlichen Demokratie, in die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. Dort wird es als Pursuit of Happiness bezeichnet, ein Begriff aus der Feder von Thomas Jefferson.[1] Die Förderung individuellen menschlichen Glücksstrebens ist heute Gegenstand spezifischer Forschung und Beratung unter neurobiologischen, medizinischen, soziologischen, philosophischen und psychotherapeutischen Gesichtspunkten.
Das Wort „Glück“ kommt von mittelniederdeutsch gelucke/lucke (ab 12. Jahrhundert) bzw. mittelhochdeutsch gelücke/lücke. Es bedeutete „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses. Voraussetzung für den „Beglückten“ waren weder ein bestimmtes Talent noch auch nur eigenes Zutun. Dagegen behauptet der Volksmund eine mindestens anteilige Verantwortung des Einzelnen für die Erlangung von Lebensglück in dem Ausspruch: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Die Fähigkeit zum Glücklichsein hängt in diesem Sinne außer von äußeren Umständen auch von individuellen Einstellungen und von der Selbstbejahung in einer gegebenen Situation ab.

Mit der Hand streichel ich über meinen linken Fuss, er fühlt sich kalt an. Nicht so kalt, dass ich befürchten müsste, dass ich krank werde, aber eben kalt. Typisch Frau eben. Ich habe bereits eine erste Schicht Nagellack auf die Fußnägel gestrichen, Mit leichtem Schwung trage ich die zweite Schicht auf.

Die Farbe ist knallrot. Nicht zu dunkel, nicht zu hell. Irgendwo dazwischen. Ich rieche den Lack, deshalb sitze ich ja draussen auf der Terrasse. Ich möchte nicht das Haus vollstinken. Dann lieber eiskalte Füße am Sommeranfang-Abend im kalten Juni. In den Rillen des Nagelbettes sammelt sich die Farbe. Zu dick aufgetragen.

Ich kann es nicht lassen und tippe mit dem Zeigefinger in das frisch Lackierte. Nicht klebrig, nur ganz leicht feucht. Besorgt prüfe ich, ob ich meinen Fingerabdruck hinterlassen habe. Fingerabdrucke auf den lackieren Fußnägeln. Ungeschickt, kann ich. Jederzeit. Aber heute nicht. Wenn ich mich ein wenig zur Seite beuge, kann ich im nun aufkommenden Sonnenlicht sehen, dass es keine häßlichen Stellen im Lack gibt.

Ich bin zufrieden. Mit meinen eiskalten, frisch lackierten, knallroten Fußnägeln. Lächele GLÜCKlich. Die Nägel wieder hübsch und im gleichen Moment kommt die Sonne nochmal hervor.

Was ist Glück? Das habe ich schon viele gefragt. Aus Neugier. Die verschiedensten Beispiele und Situationen von verschiedensten Menschen. Glück ist: in die Augen meines Kindes zu sehen, die Sonne auf der Nase zu spüren, wenn das Abi gut gelaufen ist, der Fußballclub gewinnt, Sommerurlaubsmeeresrauschen, der Partner mich morgens verschlafen anlächelt. Glück scheint individuell, einzigartig und schwer zu definieren. Greifbar, teilbar, erklärlich durch Beschreibungen von Zuständen, Augenblicken, Erlebnissen.

Mein persönliches Glück empfinde ich, wenn ich ganz in einem Moment aufgehe. Absolut konzentriert bin auf das, was ich in diesem Augenblick erlebe. Ohne Gedanken daran, was man als nächstes oder stattdessen oder auch noch erledigen sollte, müsste, könnte. Nur weit entfernt plätschert der eine oder andere Nebengedanke leise dahin. Ich empfinde das leider nicht oft.

Vielleicht liegt das Glück im Vergessen. Für kleine Momente. Einfach zu fühlen, wie die Abendsonne nun doch noch kurz die kalten Füße wärmt und sich an der spontanen, nicht erwarteten Wärme, zu erfreuen. Für einen Augenblick, lang oder kurz, bevor einem bewusst wird, dass die Sonne nun im Abend untergeht.

Glück könne man nicht erzwingen, heißt es. Und so ist es auch. Umso schöner wenn es mich unerwartet überrascht. Dann schaue ich es lächelnd an und flüstere leise: „Hier hätte ich dich nicht erwartet, ich danke Dir!“

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