Alltag off – Kur on

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Dinge, die man zum ersten Mal tut, fühlen sich immer etwas komisch an.
Dinge, die man 10 Jahre vor sich hingeschoben hat und dann doch endlich in Angriff nimmt, noch komischer.
Ja, die besondere Tochter ist nun zehn Jahre alt. Und oftmals habe ich über eine Mutterkindkur nachgedacht. Es dann aber immer wieder verdrängt, denn irgendwie passte es nie in den „Zeitplan“, den ich mir selber auferlegt habe. Fast zwanghaft.
In einer Kur sollen Kind und Mutter „Luft holen, zur Ruhe kommen“. Und ich selber sagte mir: „Nö, keine Zeit dafür.“

Nun bin ich bereits den 3. Tag hier in Schillig, Wangerland, an der Nordsee. Mit beiden Töchtern. Weil Herz und Seele danach schrien.

Ob die Kur helfen wird, weiss ich jetzt noch nicht. Ich lasse alles auf mich zukommen. Noch ist mein Kopf voll. Zu voll. Aber auf jeden Fall genieße ich die Dreisamkeit.

Was aber bisher nicht eine Minute hochkam waren Fluchtgedanken. Denn ich fühle mich hier wohl. Ja, ich bin sogar glücklich hier. Wir drei haben sehr schnell Anschluss gefunden. Selbst die besondere Tochter wird hier von allen anderen Müttern und Kindern angelächelt und nicht belächelt. Die Ärzte und Therapeuten haben für uns meines Erachtens sinnvolle Behandlungspläne erstellt. Ich merke wie sich meine Nerven entspannen, die Seele seufzt und das Mutterherz lächelt.

Ich schrieb heute mittag in dicken Lettern „A L L T A G“ auf ein weißes Blatt Papier, bastelte daraus einen Papierflieger, öffnete das Fenster und liess diesen fliegen. Aufatmend.

Wangerland

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