Archiv für den Monat September 2014

Ver-rückt

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Samstag hatte ich einen Tag für mich allein. Und ich war ich auf Schalke. Zum Derby. Heimspiel. Und hach ja… SIEG! ♥

Radler, Schnäpsken, Prosecco, Siegesglitzerpuls und den ganzen Tag über nix zu Essen hielten dann dafür her, dass ich (Königin der Träumerinnen) in der Nacht einen ver-rückten Traum erlebte.  Alles war in diesem Traum in einen anderen Blickwinkel verrückt. Normal war Anders und die Andersartigen sowas von Normal.

Ich traf die „Supermütter und Heldenväter“, die für Akzeptanz ihrer „normalen“ Kinder kämpften. „Mein Kind braucht eine doppelte Portion Liebe und Geduld, seht ihr das denn nicht?!“ Die sonst so überheblichen Stimmen klangen nach tiefster Entmutigung, Verbitterung und regelrechter Zermürbung. Genau so wie sich meine Stimme oftmals anhört.

Gleichzeitig hörte ich endlich mal ehrliche Freudenschreie der Supermummy´s und Bigdaddy´s wenn ihren Kindern was gelungen ist, wenn sie überhaupt ihren Weg fanden. Genau wie meine Freudenschreie sich manchmal anhören.

Ich lernte mit den 10 Lebensjahren meiner geistig behinderten Tochter, dass Menschen so zu lieben wie sie sind, das Schwierigste im Leben ist. Und dass das Ausmaß dieser Schwierigkeit einzig und allein von unserer Fähigkeit abhängt, Menschen nicht mit unseren Wunschvorstellungen zu belasten. (Auch ich war hier bis vor kurzem nicht fähig genug)

Aber genau so ist es. Und genau so erlebten es in meinem Traum DIE Menschen, die mir im Alltag mit Rat-„Schlägen“ daher kommen. Ich weiss, es gibt viele wundervolle Menschen, die mich und meine Tochter unterstützen. Durch einfache Gesten. Durch Worte. Und euch meine ich auch gar nicht. Ihr wunderbaren Menschen habt mir mitgeholfen mit meiner Tochter umzugehen ohne aus der Liebe zu fallen, ihre Eigenarten auszuhalten und dabei auch auf mich zu achten. ♥

Ich träumte ver-rückt von den Menschen, die urteilen. Ohne nachzufragen. Die, die uns mitleidsvoll und verständnislos anschauen.

Ich kann euch nur sagen: ihr hindert euch selber daran ganz wunderbare Dinge zu entdecken. Eigensinn und Verschiedenheit sollte man als positive Werte begreifen. Und ein Normal braucht immer ein Anders. Und ein Anders immer ein Normal.

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