Kinderaugen

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Endlich ist der wohlverdiente Urlaub da. 16 Tage Erholung vom Alltag und viel Zeit für die 2 Töchter. Ich beobachte beide so gern wenn diese sich wiederum unbeobachtet fühlen. Und immer wieder kommt in mir dann der Wunsch hoch (besonders bei der besonderen Tochter) „die Welt durch deren Kinderaugen zu sehen“. Und ich erinnere mich zurück an meine Kindheit. Und schwebe, träume, ab. Und versuche mich zu erinnern an die Blicke durch meine Kinderaugen.

Manchmal möchte ich nochmal zurück auf den Schoss meines Opas, mich freuend, dass ich ihn mal wieder mit meinem Rumgezappel und Plappern beim Fußball schauen störe. Manchmal möchte ich wieder mit der Stofftier-Biene-Maja durch das Haus meiner Eltern „fliegen“. Manchmal möchte ich mich wieder mitten in meinem Kinderzimmer auf den Teppich setzen, welches an den Wänden mit Schlumpf-Tapete verschönert war, und mich mitten in Schlumpfhausen wiederfinden. Manchmal möchte ich wieder mit Mama Fingerfarben kaufen und meinen Namen so bunt wie möglich und in Spiegelschrift auf das Fenster in meinem Kinderzimmer schreiben, damit man es von draussen lesen kann. Manchmal möchte ich wieder vor dem Hasenstall im Garten stehen, diesen grinsend öffnen und es lustig finden dass Mama und Papa die zwei dicken aber doch flinken Hasen wieder einfangen müssen.

Ich möchte wieder bei jedem Regenbogen diesem entgegen laufen um zu wissen wie er sich anfühlt.  Ich möchte Regenwürmer sammeln und glauben, dass sie sich mit noch etwas Gras in diesem Einmachglas total wohlfühlen. Ich möchte manchmal zurück auf die Couch, mit meinem Kopf auf Mamas Brust und ihrem Herzschlag zuhören, bis ich einschlafe. Ich möchte mit meinen Freundinnen im Spielzimmer sitzen, mit dem Hanni und Nanni Buch in der Hand, natürlich vorlesend, obwohl niemand von uns auch nur ansatzweise lesen konnte.

Zu meiner Kindheitsfreundin gehen und, während unsere Mamas Kaffee und Sherry trinken, heimlich mit unserem „vielen Geld (natürlich Pfennige)“ an dem Büdchen um die Ecke gehen, der heute Neubau mit einem großen Anwaltsbüro ist, und dort von der netten Tante eine bunte Tüte kaufen.

Manchmal würde ich jetzige reale Welt gern noch einmal kurz durch meine Kinderaugen sehen. Fernab… von Vernunft und Unvernunft, Moral und Unmoral, links oder rechts, sich-im-Kreis-drehen und stehen bleiben, Entscheidungen, Unehrlichkeit, Enttäuschungen, von einem Glück, das viel zu schnell wieder geht, Erinnerungen, die so wunderschön, aber vergangen sind. Fernab von einer Gegenwart, durch die man sich manchmal eben so kämpft und von einer Zukunft, die einem im Dunkel durch ein großes neonfarbenes Fragezeichen anblinkt.

Von dem Trugschluss dass man jederzeit jedem Menschen helfen kann.

Von dem Wissen, dass es nicht für jedes Problem eine Lösung gibt

Kind sein. So unbeschwert. So frei.

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