Whirlpool der Gefühle

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Feiertag, Regen. Also wird am Abend vorher schon Schwimmbadtag mit den beiden Töchtern entschieden. Voller Freude rennen die 2 Töchter vom Auto aus Richtung Schwimmbadhalle. Es ist schön die 2 zu beobachten, wie sie lachen. Kinderfreude. Da wird das eigene Herz mitgerissen, egal wie traurig es gerade ist.

Drinnen angekommen merken wir, dass viele Menschen auf die Idee gekommen sind diesen Regen-Feier-Tag durchzuschwimmen. Wir sind zu dritt und zwängen uns in eine Einzelkabine. Bis eine nette ältere Dame mir zuflüstert: „Ihre Tochter hat doch bestimmt ein Schwerbehindertenrecht. Da vorne sind 2 Kabinen, die sind größer.“ Sie zwinkert mir freundlich zu und in mir steigt Dankbarkeit hoch. Ich bin zurzeit gefühlsüberfordert. Da reicht so ein netter Hinweis einer älteren Lady um meine Tränenkanäle zu starten.

Wir machen uns sodann in Badekleidung auf den Weg zum Nass und alle sollen das mitbekommen. Dieser Devise folgt die besondere Tochter, indem sie laut irgendwelche Schlagersongs gröhlend freudig die Schwimmhalle durchquert. Auffallen?! Können wir. Erst wird gerutscht, dann wird das Spassbecken durchquert. Beide Töchter fordern meine volle Aufmerksamkeit und schon bald merke ich, dass mein Körper, meine Kraft, schlapp machen. Ich bin froh als die besondere Tochter auf die Idee kommt, in den Whirlpool zu wollen. Sie klettert aus dem Schwimmbecken und macht schwere, breite Schritte mit ihrem auffällig weichen, ungelenkigen Körper Richtung des kleinen Whirlpools und ich sehe, dass dieser gut besucht ist. 2 Pärchen und 3 Kinder sassen lachend im warmen Sprudelbad. Aber das Lachen erlosch ruckartig. Die 7 erblickten meine Tochter und als diese an der Leiter zum Einstieg in den Pool stehenblieb sprechen die Gesichter der bereits drin Sitzenden Bände. Es war eine Mischung aus Ekel und Ablehnung. Der kleine Junge sagte: „Boar, ist die fett!“ und die Mutter fügte hinzu: „Los, lasst uns lieber raus, die pinkelt uns noch ins Wasser.“

Mein Herz blieb stehen. So viele Gefühle durchflossen mich gleichzeitig. Mein Kopf hämmert, ich höre mein Wut-Blut pochen. Ich atme tief ein und aus und übe Gelassenheit.

Die 7 verlassen den Whirlpool und ich stehe immer noch geschockt von den Worten da. Die besondere Tochter hat das alles nicht mitbekommen und steigt freudig die Treppe runter in den Pool und ruft „uuuuh, so schön warm!“ Bei diesem Anblick wird mir auch warm. Ums Herz. Dem Bademeister anscheinend auch, denn er kommt mit einer Kiste bunter Bälle zum Whirlpool und schüttet diese über die kreischende Tochter. Er zwinkert und geht von dannen.

Ich steige in das buntwarme Nass dazu und lasse meine Gefühle durchfluten.

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  1. Ja. Warum nur? Ich bin wie ich bin wäre die bequemste Antwort.

    Es braucht nicht viel um mich einstürzen zu lassen. Wenige Worte reichen aus und manchmal werden sogar Blicke zur Abrissbirne.

    Ich weiss, dass sich das dringendst ändern muss. Und nicht allein um für meine Töchter stark zu sein.
    In arbeite gerade hart an mir. Gehe in mich. Um dann wieder rauszukommen und Höhenflüge zu wagen (Und dabei auf dem Boden bleiben). Es gibt für alles eine Zeit. Wichtig ist nur, sie zu erkennen.

  2. Es ist gut, dass Du Deiner Tochter den Spaß gegeben hast!
    Das die Dame Euch geholfen hat!
    Der Bademeister Deiner Tochter diesen Spaß gegeben hat.

    So wütend und fassungslos mich die 7 Personen machen, so ist es es nicht wert, Deiner Tochter die Ablehnung deutlich zu machen.

    Dies ist leider einer meiner Fehler, dass ich dann die Klappe nicht halten kann.

    Ich finde es stark, dass Deine Tochter ein gewisses Maß an Unbeschwertheit erleben kann und Du starke Mutter dies aushälst.

    So zweischneidig kann das Wutblut sein! (von dem ich eindeutig zu viel besitze).

  3. Du hast das wunderbar gemacht! Wie oft habe ich schon mit mir gehadert und doofe Kommentare geschluckt, nur weil Junior nichts mitbekommen soll. Meine Standardantwort ist meistens: “Er ist Autist und wie begründen Sie Ihr Verhalten?” Wenn Junior allerdings nicht in Hörweite ist, kann ich schon mal bissiger werden…

  4. Wenn meine Haut so dünn ist bin ich froh, wenn ich eine liebe Begleitung dabei habe, die an meiner Stelle zurückschiesst. Ich hoffe, auch Du hast solche Freundinnen und Freunde!
    Die alte Dame und der Bademeister sind bereichernd, mögen sie reich beschenkt werden für ihre Güte!

    Mein Sohn hätte für die 7 Doofen übrigens die richtige Antwort bereit gehabt: „Au ja, ins Wasser pinkeln macht Spass, wollen wir alle?“ – und dann hätte er seinen Schniedel hervorgeholt 😀

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