Worte

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2. Weihnachtstag. Mittagszeit.

Es klingelt an der Tür. Ich öffne und blicke auf ein älteres Paar. Beide nicken sich wissend an und grüßen mich freundlich. Sie stellen sich namentlich vor und reichen mir die Hand. Ich erwidere verwirrt den Händedruck. Und da mein fragender Blick für sich spricht, fängt er an zu erzählen:

Die beiden sind letztes Jahr im Weihnachtsgottesdienst auf meine besondere Tochter aufmerksam geworden. Durch ihr aufgeregtes Hin- und Herzappeln… einfach durch ihre Art. Im Laufe des Jahres hätten sie ausserdem die Fortschritte beim Dreiradfahren und unsere Ausflüge mit dem Tandem beobachtet. Das Dorf wäre klein und mit so einer Tochter würde man auffallen.

Ich höre weiter verwirrt blickend zu und lasse den Mann weiter erzählen.

In der Weihnachtsmesse vorgestern jedenfalls wäre es letzten Endes geschehen. Seiner Frau wären Tränen gelaufen als meine Tochter die Lieder einfach laut weitersang obwohl das Ende des Liedes bereits erreicht war. Dazu das immer wiederholende „Hallo lieber Weihnachtsbaum“ mit Kusshand zum grossen Tannenbaum neben dem Altar wäre herzergreifend gewesen.

Nun sagte auch die Frau leise etwas: „Es ist eine Freude dieses Mädchen anzuschauen. Da geht einem das Herz auf. – Frohe Weihnachten.“ Sie drückt mir für die Tochter einen lila Schokonikolaus in die Hand.

Ich habe Lächeltränen im Auge. Die beiden drehen sich auch schon wieder um und ich rufe „Danke… und auch Ihnen Frohe Weihnacht“ hinterher. So schnell wie die 2 weg sind – die Worte von ihnen bleiben. Von diesen werde ich größer, stärker. Stark für’s Leben.

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