Archiv für den Monat Juli 2013

3 Räder, die die Welt bedeuten

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Im April ist Maja 9 Jahre alt geworden. Ihr Geburtstagsgeschenk waren ein Tandem und ein Dreirad.

Das Tandem hat den Namen “Kapitän Duo”, ist knallrot und wurde bereits mehrfach “in See gestochen”! Statt Matrosenlieder gab es glückliches Gegacker von der vorne sitzenden Tochter. Sie muss nicht lenken, sondern nur “mittreten”. Ihre Füße sind in großen Pedalenhöhlen geschoben, sodass diese nicht rausrutschen können. Und bei längeren Fahrradtouren kann man sogar den Lauf bei ihr ausstellen, damit sie sich ausruhen und die Fahrt genießen kann.

Bei dem Dreirad hingegen gab es größere Schwierigkeiten. Gekauft wurde es überhaupt nur deshalb, weil das “alte” Dreirad zu klein war. Und weil es immer und immer wieder Tränen gab, wenn die kleinere Schwester vorm Haus auf ihrem Fahrrad hin- und herflitzte, während Maja nur zuschauen konnte. So konnte sie sich wenigstens auf das Dreirad setzen und “so tun” (aus ihrem Mund kamen dazu seltsamlustige Fahrgeräusche) als ob sie auch fahren würde. Denn das mit dem “Dreirad fahren” war bisher ein Problem: Entweder konzentrierte sich die Tochter ganz auf das Treten, oder aber ganz auf das Lenken. Beides zusammen klappte einfach nicht. Wenn getreten wurde, landete sie im Graben, stieß gegen Laternen oder schlimmstenfalls an den Autos der Nachbarn. Wenn aber gelenkt wurde, fehlte nach 3 Metern die Kraft zum Treten und sie blieb stehen. Zwickmühle!

Die Lösung wurde gefunden: Eine Schiebstange. Ich konnte mithilfe dieser Stange das Dreirad in Bewegung setzen, so dass Maja sich ganz und vor allem glücklich auf das Lenken konzentrieren konnte.

Bis zum 19. Juli 2013! Ein großer Tag! Ein Entwicklungsschub-Deluxe! Die 9-jährige besondere Tochter schaffte es mit einem mal: Dreirad fahren. Lenken UND Treten. Und zwar richtig flott. Ein Riesenschritt in die selbstständige Mobilität.

All die monatelangen Übungen und Zusprüche, Aufsteigen, Absteigen, Lenken, Bremsen, Treten, Hindernissen ausweichen, Anfahren… es hat sich gelohnt! Weil ich an meine Tochter geglaubt habe!

Natürlich weiß ich, dass ihr Reaktionsvermögen eingeschränkt ist. Und dass ich sie wahrscheinlich niemals alleine in den Straßenverkehr lassen darf. Sie ist schneller erschöpft als andere Kinder und es werden mit dem Dreirad keine großen Radtouren möglich sein. Aber Maja hat wieder einmal eine bisher für sie unüberwindbare Hürde (diesmal mit 3 Rädern) “plattgefahren”.

Nun beginnt, wenn auch etwas verspätet, die richtige (Drei)Radfahrsaison!!!

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