Tag der offenen Tür (in eine bessere Welt)…

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Eine ganze Woche lief alles anders an der Schule meiner Tochter Maja.
Der Grund dafür ein guter: 40-jähriges Schuljubiläum.
40 Jahre Förderschule in unserer Stadt… und somit das Recht für geistig schwerbehinderte Kids auf einen täglichen Schulbesuch.
Ein tägliches Beisammensein. Dem Alltag Struktur zu geben. Regeln (kennen)zu lernen. Freunde zu finden.
EIN GRUND ZUM FEIERN!

Maja kann sich nicht gut artikulieren. Wörter wie Puppentheater, Singen, Klatschen, Mikrofon konnte ich ihr die Woche über entlocken.
Meine Neugier auf den heutigen Samstag wurde immer größer. Ein Flyer der Schule versprach Zauberer, Hüpfburg, Torwandschießen,
2 Vorstellungen der Kids, Waffeln, Würstchen, Kaffee, selbstgebasteltes der Kids und und und…

Wir waren heute also zeitig an der Schule. Wie immer wenn ich den Schulhof betrete kam mir dieses warme Gefühl im Bauch hoch. Es ist unerklärlich. Als würde ich jedes Mal eine andere Welt, eine bessere Welt, betreten. Maja begrüßte ihre Schulfreunde, ich hingegen nahm mir Zeit für einen schnellen Kaffee. Beim ersten Schluck hörte ich hinter mir ein lautes „Prost“! Ich drehte mich um und sah einen vielleicht 16-jährigen Teenager. Unförmig, mit schiefer Brille, kleinem ersten Haarwuchs am Kinn und abgetragenen, altmodischen Kleidern, und einem Sturzhelm auf dem Kopf. Ich kannte ihn vom Sehen. Vom Typ her würde ich fast sagen, dass viele Menschen sich umdrehen würden, er wirkt eher abstossend als anziehend. Aber er bemerkte meine Aufmerksamkeit und lachte. Ein Lachen, es war war so herzlich, so erfrischend, so mutig, es hat mich einfach angesteckt. Ich lachte mit ihm. Mit einem Mal verstummte er. Er sah mir in die Augen und sagte: “Danke, dass Du mit mir gelacht hast!“

In diesem Augenblick kam Maja angetrabt. Sie mußte zu ihrerm Auftritt ins Forum der Schule. Trotzdem hat mich diese Begegnung mit dem Sturzhelm-Jungen bewegt. Ein junger Mensch bedankt sich für mein Lachen. Dieser Spruch „Lachen verbindet“. So true!

Es ging weiter zum Forum. Ich mußte Maja den Lehrern und Betreuern überlassen und nahm meinen Platz vor der Bühne ein. Gespannt darauf, was uns gleich erwartet. Die Klassenlehrerin erzählte was von Schattentheater. Aber das was geboten wurde… war so einfach! Und doch so schön. Liebenswert schön.

Am Ende sang der Schulchor. Maja mittendrin, sogar ein kurz ein Mikrofon in der Hand. Voller Stolz, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten. Lachen und trotzdem weinen. Eines der wunderschönsten Gefühle auf der Welt: der Stolz auf das eigene Kind.

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