Menschlichkeit lernen

Standard

Meine geistig-behinderte Tochter könnte mit ihren 9 Jahren Dozentin werden.
Sie könnte wirklich Kurse geben.
Ach was, sie hat einen Doktortitel verdient. Und zwar in Menschlichkeit.
Fröllein Dr. Maja Menschlichkeit
Kurs: Lerne Mensch zu sein.
Sie kann sich zwar kaum artikulieren. Aber alleine ihr zu begegnen oder sie zu beobachten, könnte viele Menschen bereichern.
Zum Nachdenken bringen. Über sich selbst.

Nehmen wir das „Kennenlernen“.
Maja geht auf ALLE Menschen zu. Egal ob dick, dünn, farbig, klein, gross, alt, jung, mit Rollstuhl, mit Sturzhelm, im Jogger oder feinen Anzug.
Sie unterscheidet nicht.
Wenn fremde Menschen Maja sehen gibt es wirklich manchmal diese fiesen Blicke. Abstand halten, die Behinderung könnte ja ansteckend sein. Habe ich alles erlebt. Für mich ist es immer wieder ein starkes „Bääääm, Faust ins Gesicht“.
Maja wiederum geht da anders mit um. Sie legt ihren Kopf auf die Seite, das Ohr berührt fast an ihre Schulter.
Lächelnd. Erst ganz leicht. Und wenn das Gegenüber nicht reagiert, erstaunt schaut oder den Kopf schüttelt… lächelt sie umso mehr.
Im schlimmsten (schönsten) Fall ruft sie sogar „Hallo, Du da! Lachen!“
Das ist auch ein „Bääääm! In your face!“ Aber auf Maja´s eigene spezielle Art.
Menschlichkeit deluxe. Herzmensch. ♥

Kursanmeldungen nehme ich gerne entgegen.
Oder aber Namen von Personen, die eine Begegnung mit Maja dringend nötig haben.

Advertisements

»

  1. *haundaufstreck*
    Ich. Ich hätte so einen Kurs wohl dringend nötig.
    Bin bei solchen Begegnungen so verunsichert, weiss nicht, wie mich verhalten, möchte nicht verletzen – und tus vielleicht gerade deshalb.

    • Ich bin mir sicher, diese Verunsicherung ist ganz natürlich, Katharina. Viele Menschen wollen halt nichts falsch machen wenn sie einem Behinderten begegnen und überlegen was sie machen dürfen oder sollten oder müssten.
      Ich sehe meist in den Gesichtern der Menschen, ob es Ablehnung, Abneigung oder eben diese Unsicherheit ist gegenüber meiner Tochter.
      Lass Dich einfach drauf ein. Kurze klare Sätze wie z. B. : „Na, wie geht´s Dir?“ gern mit dazugehörigen Bewegungen wie Nicken, Kopfschütteln. Und ein freundliches Lächeln. Da kann eigentlich nicht viel schiefgehen.
      In den meisten Fällen wirst Du sehen, dass Du mit 1 oder 2 Minuten „drauf Einlassen“ diesem behinderten Menschen den ganzen Tag verschönert hast. Und Dir auch.

  2. Pingback: Wenn das Folgen Folgen hat. #FF | Der Wochenendrebell

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s